FEMINISTISCH, RASSISTISCH, NICHT GUT

Seit der Silvesternacht in Köln ist die Flüchtlingsdebatte um die Frage nach den Rechten der Frauen erweitert worden. Zumindest soll es danach aussehen. Der Feminismus ist das neue F-Wort. Jeder benutzt das Prädikat „feministisch“ für sich, wenn es dem eigenen Zweck dient. Man(n) muss (deutsche) Frauen vor gefährlichen jungen Männern aus dem Ausland schützen, fordern rechtsgesinnte „Wutbürger“, wann immer sie die Möglichkeit dazu haben. Und zwar oft genug unhinterfragt, unzensiert und unwidersprochen.Vor lauter Panikmache lässt sich leicht übersehen, was auf diese Weise hier passiert: Die öffentliche Debatte über die nach Deutschland Geflüchteten tendiert spätestens seit der Silvesternacht in Köln in eine ausschließlich negative Richtung. Flüchtlingen wird eine potentielle Gewaltbereitschaft unterstellt, die unvereinbar ist mit dem vermeintlich aufgeklärten Selbstverständnis unserer Gesellschaft, einer Einwanderungsgesellschaft.

Dadurch wird das, was sich Frauenrechtlerinnen unter dem Begriff Feminismus hart erkämpft haben – und worum sie immer noch streiten – nicht nur massiv missbraucht. Weil immer lauter und immer öfter unhaltbare Schlussfolgerungen verbreitet werden, finden plötzlich rassistische Argumente auch in Kreisen Gehör, die sonst eher als linksliberal gelten. Oder ist das alles nur ein gefährliches Missverständnis?


14. März 2016 18:00 - 20:00
LIVESTREAM
Dr. Carola Reimann, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion
Sinthujan Varatharajah, Autor und Projektkoordinator bei Flüchtlinge Willkommen
Emine Aslan, Mitinitiatorin #ausnahmslos, und
Prof. Dr. Kira Kosnick, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Heide Oestreich, taz/ kulturradio rb




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